Flag de_DE Karlsruhe wird das Drehkreuz.

Nach zweieinhalb Stunden hatte erstmals am 3. Juli ein ICE aus Paris bereits Karlsruhe erreicht. Diesen besonderen Moment des Zusammenwachsens würdigten OB Mentrup und Bahn-Vorstandsvorsitzende Bohle. Foto: Fränkle

Noch mehr und noch schnellere deutsch-französische Bahnverbindungen

Nur noch zweieinhalb Stunden trennen Paris seit 4. Juli von Karlsruhe, das zum wichtigsten Drehkreuz deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs aufsteigt. Ab Herbst, nach Fertigstellung der dann beidseits schnellstmöglich befahrbaren Verbindung, funktioniert das auch umgekehrt. Bis zu acht ICE/TGV täglich passieren fortan zwischen 7.32 und 19.32 Uhr die Fächerstadt Richtung Frankreichs Metropole(n) – sieben für Karlsruhe – Paris, einmal bis Straßburg. Vor allem über Stuttgart und künftig Frankfurt sind damit via Karlsruhe etwa auch Euro Disney, Marseille im Süden und Bordeaux im Westen besser angebunden.

Grund genug für Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, diese neue Ära mit einzuleiten und den ersten derart schnell am Karlsruher Hauptbahnhof angekommenen ICE offiziell in Empfang zu nehmen. In erhofft nicht mehr allzu weiter Ferne sollen gemäß Losung der Magistrale für Europa endlich sogar Marseille und Bratislava miteinander verbunden sein, betonte Mentrup mit Forderungen nach deutschen Anstrengungen zur Verwirklichung – etwa an der Appenweierer Kurve. Er unterstrich die Zusammenarbeit in Zeiten nationaler Alleingänge als „wichtiges Signal“ und blickte fasziniert zurück auf Kindertage. Als am Rhein Aufgewachsener sei es für ihn schier „unfassbar“, nun so schnell von und bald durchgehend nach Frankreich reisen zu können. „Das grenzt an Raumschiff Enterprise“, sagte er augenzwinkernd vor den Medien, hob gesellschaftliche wie wirtschaftliche Impulse hervor. So könnten Geschäftsleute, aber auch Touristen für nur einen Tag mit noch weniger Zögern oder Aufwand entspannt Fächerstadt und Region besuchen. Unternehmen werden von zunehmenden Business-Kontakten profitieren. Mit einem Kundenplus von 20 bis 30 Prozent, so die Vorstandsvorsitzende Deutsche Bahn Fernverkehr, Birgit Bohle, rechne auch die Bahn. Von einer Renaissance der Schiene war die Rede. 2017, schilderte Mentrup, sollen Festmomente von vor dann zehn (umjubeltes Eintreffen des ersten TGV) und 25 Jahren (Basis-Staatsvertrag von La Rochelle) gefeiert werden – verknüpft mit den Heimattagen in Karlsruhe.

Quelle : Newsletter der TechnologieRegion Karlsruhe – Ausgabe N° 7 – Juli 2016

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