Flag de_DE Internationale Fachkräfte für die TechnologieRegion Karlsruhe

Fokus Sozialwirtschaft

Stefan Sonn, Internationaler Personalservice der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Stuttgart, erläutert Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber und Regelungen der Anwerbung internationaler Fachkräfte. Foto: Welcome Center Sozialwirtschaft Baden-Württemberg

Fokus Sozialwirtschaft

Was tun bei anhaltendem Fachkräftebedarf im Bereich der Pflege und Versorgung hilfsbedürftiger Menschen? Ist die Anwerbung internationaler Fachkräfte eine Option? Und wie gestaltet ein Unternehmen die sich dadurch verändernden Aspekte der Integration und der Personalbindung? Am 7. Mai 2015 fand im Rathaus Karlsruhe eine gemeinsame Informationsveranstaltung des Welcome Centers Sozialwirtschaft Baden-Württemberg und der Fachkräfteallianz der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) statt. Etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Pflege und Medizin, ambulanter und stationärer Altenpflege sowie aus kommunalen und städtischen Einrichtungen kamen zusammen, um in drei Impulsvorträgen einen ersten Überblick zu der aktuellen Thematik zu erhalten.

Regina Hartig, Leiterin des Bereiches Europa, Internationales bei der Stadt Karlsruhe, stellte die aktuellen Maßnahmen der TRK im Bereich Willkommenskultur vor: Neben Informationen zum aktuellen Umsetzungsstands des Projekts Welcome Center TRK, der künftigen Erstanlaufstelle für internationale Fachkräfte, Studierende und Auszubildende in der TRK, wies sie darauf hin, dass eine Beratung dieser Zielgruppe bereits seit Freischaltung des digitalen Willkommensportals der TRK durchgeführt wird. Bisher sind Anfragen u.a. aus den Ländern Türkei, Kroatien, Russland, Spanien, Portugal und Indien eingegangen. Parallel dazu wird in diesem Jahr eine Veranstaltungsserie durchgeführt, die sich vornehmlich an Personalverantwortliche aus KMU unterschiedlicher Branchen richtet und über Aspekte der Rekrutierung, Integration und der langfristigen Bindung internationaler Fachkräfte informiert.

Dr. Christine Böhmig gab einen Überblick zu dem Aufgaben- und Servicespektrum des Welcome Centers Sozialwirtschaft Baden-Württemberg. Die Bedeutung der Sozialwirtschaft für die TechnologieRegion Karlsruhe stellte Pfarrer Dr. Martin Michel, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stadtmission Karlsruhe, heraus. Er berichtete von dem geplanten Pflegebündnis der TRK, das im Herbst 2015 gegründet werden soll. Inhaltliche Inputs zum Thema Gewinnung internationaler Fachkräfte sowie Fördermöglichkeiten bei der Rekrutierung lieferte Herr Stefan Sonn vom internationalen Personalservice der Bundesagentur für Arbeit aus Stuttgart. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass der deutsche Arbeitsmarkt im Bereich der Sozialwirtschaft sich mit Ländern wie Großbritannien, der Schweiz und Schweden messen lassen muss und dabei oft nicht die erste Wahl der ausländischen Fachkräfte ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein bedeutender Wettbewerbsvorteil in den benannten Ländern liegt in der Stellung der Sozialwirtschaft: die Branche wird dort gesellschaftlich höher wertgeschätzt als in Deutschland. Dies spiegelt sich wieder im Verantwortungsbereich der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie in den besseren Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten.

Aleksandra Walter, Welcome Center Sozialwirtschaft Baden-Württemberg, informierte über Aspekte der Anerkennung internationaler Qualifikationen nach dem sog. Anerkennungsgesetz: Die Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufs- und Bildungsabschlüsse ist gerade in den Berufsfeldern der Sozialwirtschaft Voraussetzung für eine Arbeitsaufnahme, da es sich oftmals um sog. reglementierte Berufe handelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten praxisnahe Informationen zum Ablauf des Anerkennungsprozesses und zu der Verteilung der Zuständigkeiten. Frau Dr. Christine Böhmig machte auf die Relevanz und Implikationen einer gelebten Willkommenskultur und einer nachhaltigen Personalbindung in Unternehmen aufmerksam. In einem Punkt waren sich die Vortragenden und die Zuhörerinnen und Zuhörer einig: das Beherrschen der Landessprache ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in das Erwerbsleben als auch das gesellschaftliche Leben. Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und zu vernetzen.

Weitere Informationen unter: welcome-center-sozialwirtschaft-bw.de

Quelle : Newsletter der TechnologieRegion Karlsruhe / Ausgabe Nr5 / Juni 2015

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